Ein Heulen in der Nacht

Gut geschlafen? Oder auch nur leicht gedöst und immer wieder aufgewacht? Standen Sie morgens um drei ebenfalls auf dem Balkon und haben nach oben gestarrt? Dabei zwischen den Wolkenfetzen einen hellen Himmelskörper entdeckt? Und ein Heulen in der Ferne ausgemacht?

Richtig, es war wieder mal so weit: Gestern war Vollmond. Die Beweislage über allfällige Auswirkungen des Vollmonds auf die menschliche Psyche ist aber dünn. Von wissenschaftlicher Seite ist nicht viel mehr als der Verweis auf Ebbe und Flut zu vernehmen. Studien über einen allfälligen Babyboom, eine erhöhte Verbrechensquote oder mehr Schlafwandelei sind nicht zu finden. Einzig die Polizei in Brighton behauptet, sie habe statistisch erhärtet, dass es bei Vollmond in den Pubs zu mehr Pöbeleien kommt. Nun werden bei vollem Mond mehr Beamte eingesetzt. Und eine Umfrage aus Deutschland hat immerhin ergeben: 40 Prozent der Leute glauben, der Vollmond habe eine Auswirkung auf ihren Schlaf.

Doch die Wissenschaftler kontern locker: Je mehr Licht uns beim Schlafen umgibt, desto weniger wird von unserem Körper das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet. Na gut, dann Augen zu und durch. Oder zumindest die Rollläden runterdrehen. Abhilfe bei notorischem Mondleiden schafft womöglich auch die Tatsache, dass der Vollmond nicht etwa 24 Stunden quält, spannt und strahlt, sondern bloss einen Wimpernschlag einer Sekunde lang – gestern wars um 04.44 Uhr.

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