Monte Tamaro, der Adrenalin-Berg

Einst dümpelndes Skigebiet, heute florierender Sommer-Erlebnispark

Erst hört man ein leises Surren des Seils, dann flitzt die Touristin im Höllenkaracho an einem vorbei hinunter zur Alpe Foppa. Die mit 440 Metern längste Tyrolienne der Schweiz ist eine der vielen Möglichkeiten, auf dem Monte Tamaro Fun, Action und Weitblick im Tessiner Sommer zu erleben.

2003 zog die Familie Cattaneo den Stecker, entschloss sich, die Skilifte abzubauen und auf reinen Sommerbetrieb umzustellen. Zehn Jahre später steht der Monte Tamaro, im Dreieck Bellinzona-Locarno-Lugano gelegen, als Modellbeispiel da, wie ein Wintersportort, unterhalb 2000 Metern gelegen, dem Schneemangel erfolgreich den Rücken kehren kann. Rocco Cattaneo, ehemaliger Radprofi und heutiger Präsident der Tessiner FDP, und sein Bruder Luca sind die treibenden Kräfte als Präsident und Direktor der Monte Tamaro SA, wie auch Lucas Gattin Diana als Supervisor. Sie sagt: «Wir hatten damals einige schlechte Winter zu verzeichnen und sind heute mit dem Entscheid, auf Sommerbetrieb zu setzen, sehr zufrieden. Rund 100000 Gäste verzeichnen wir von April bis November.» Tessiner und Deutschschweizer Gäste machen zwei Drittel aus. Mehr Gäste wurden aus Italien erwartet, doch dort scheint derzeit eine generelle Reiseblockade zu herrschen.

Mit dem Tamaro Jumping, einem spektakulären Sprung aus 15 Metern, ist die jüngste Aktivität hinzugekommen. Beliebt sind auch die 800 Meter lange Rodelbahn, der Adventure Park, ein grosser Spielplatz, die Höhenwanderung Monte Tamaro–Monte Lema und die Mountainbike-Downhill-Strecke, auf der 2003 die WM stattgefunden hat. Und mit der 1992 bis 1996 erbauten Chiesa Santa Maria degli Angeli hat Mario Botta eine eindrückliche Steinfestung auf dem Bergsporn erschaffen. Sie zieht viele Architekturfans an. Zu Recht. Die Rundsicht ist einmalig.

Nun ist letztes Jahr noch ein neues Highlight hinzugekommen: In Rivera bei der Talstation ist das Splash&Spa Tamaro entstanden, mit der Credit Suisse als Geldgeberin im Hintergrund. Der Wasserpark wartet mit Action, Spass und Erholung auf. Die fünf spektakulären Rutschen sind mit Licht und Soundeffekten angereichert, der Spa- und Wellnessbereich verfügt über Hamam und Kastaniensauna. In der Spasskuppel lockt ein 30 Meter langes Wellenbad bei Temperaturen über 30 Grad. Und auch Kleinkinder kommen bei Sprühduschen, Schiffchenkanälen und Wasserspielen auf ihre Rechnung.

Bettina Brenna, für Marketingbelange beim Splash&Spa zuständig, sagt: «Nach zwölf Monaten Betrieb können wir bereits auf viele Besucher zählen, während der Ferienmonate sind es bis 1500 Leute am Tag.» Sie führt durch die drei Kuppeln – das elegante Design, auch im Aussenbereich, fällt auf, die Sauberkeit ebenso. Und Bettina Brenna verweist auf die zahlreichen Events und Themenabende, etwa eine Serata Nordica, Hamam 1001 Nacht, Ladies Night oder DJs in der grossen Kuppel – während des Winters jeweils am Freitag.

Unter dem Dach «Tamaro Park» befindet sich neben dem Erlebnisberg und dem Splash & Spa auch die Area Camper Tamaro mit 80 Stellplätzen. Sie ist gefragt: Zahlreiche Gäste aus Deutschland oder den Benelux-Ländern, die mit ihren Motorhomes Richtung Süden ziehen, schätzen eine oder zwei Übernachtungen bloss 500 Meter neben der Autobahnausfahrt A 2 in Rivera – mit der Option auf einen Adrenalinkick oder ein Wasservergnügen. Bereits denkt die Familie Cattaneo über ein weiteres Projekt nach. «Vielleicht kommt nächstes Jahr noch ein Hotel an der Talstation hinzu», sagt Diana Cattaneo.

Einen weiteren Gästeschub darf der Action-Berg ab 2016 erwarten. Dann wird die Neat den Monte Tamaro noch näher an die Deutschschweiz anbinden – und viele Tagesgäste anziehen.

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