Chinesische Wasserfolter

Letzten Frühling, zehn Kilometer über Afrika, unterwegs mit der Swiss Richtung Johannesburg: Nebenan sitzt ein Südafrikaner. Bald dreht sich das Gespräch um die anstehende Fussball-WM. Doch mir fehlt die Konzentration. Denn der Herr hat seine Schuhe ausgezogen – seine Füsse stinken fürchterlich.

Im Jahr zuvor, zehn Kilometer über dem Mittelmeer, auf einem Flug Richtung Mallorca: Ein Passagier einige Reihen hinter mir pfeift alle paar Minuten die gleiche penetrante Kurzmelodie. Auszumachen ist der Idiot nicht. Und im Halbschlaf wird das Gepfeife, ähnlich dem Migros-Jingle, zur chinesischen Wasserfolter.

Dass Fliegen oft kein Spass ist, verdeutlicht jetzt auch eine Studie des Instituts Yougov, basierend auf den Antworten von 3000 British-Airways-Passagieren. Obenauf im Flugärger-Ranking schwingt das Treten gegen den Sitz. Viele Nennungen erhält das Verhalten jener Passagiere, die nach der Landung sofort aufspringen, um möglichst schnell aus dem Flugzeug zu gelangen. Viele sind genervt von Eltern, die ihren Nachwuchs nicht unter Kontrolle haben. Mehrheitlich Frauen ärgern sich über schnarchende Mitreisende. Besonders Franzosen vertragen es nicht, wenn Sitznachbarn beim Essen schlürfen und schmatzen. Und Italiener monieren gehäuft, dass Sitznachbarn ihre Beine nicht bei sich behalten, sondern sie schräg in den eigenen Fussraum strecken.

Als die gelassensten Passagiere, die sich am wenigsten über das Verhalten anderer nerven, gelten gemäss der Studie die Dänen. Doch vielleicht müsste man denen einmal während des Fluges ein penetrantes Liedchen ins Ohr säuseln und die Socken auslüften. Mal schauen, wie gelassen sie dann noch sind.

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