Reiseleiter Google zur Hand

Mit erweiterten Services avanciert die Suchmaschine zum umfassenden Reiseassistenten. Maps, Street View, Now, Hotelfinder, Flight Search, Field Trip: Was diese Reisevorbereitungs-Tools alles draufhaben.

Ob am Desktop, Tablet oder Smartphone: Die Google-Dienste rücken bei der Reisevorbereitung und unterwegs zunehmend ins Blickfeld. Am Ozean der Informationen des Suchmaschinen-Giganten führt kein Reiseweg mehr vorbei. Diese Dominanz mag beängstigen und Datenschützern die Nackenhaare aufstellen, angesichts der Preisgabe von Standort und persönlichen Daten. Doch bei der Reisevorbereitung, der Buchung und dem Aufenthalt vor Ort, wo so viele täglich ändernde Daten ins Spiel kommen, liefern die Online-Dienste hilfreiche Tipps, aufdatierte Infos und Inputs. Ein Überblick.

Google Maps (maps.google.com): Der Kartendienst hat einen neuen Look. Die Seitenleiste ist weggefallen, die Symbole wurden verkleinert. Bei den meisten Schweizer Städten werden beim Klick auf die Stationen die aktuellen Tram-, Bus- und Bahnabfahrtszeiten eingeblendet. Wer bei Google Plus angemeldet ist, erhält neben den Restaurant-Bewertungen von Gästen auch die Kommentare von Freunden angezeigt. Ein Stichwort wie «Kaffee», «Blumen» oder «Hotel» reicht, um auf der Karte die relevanten Spots zu erhalten. Verbessert wurde auch der Routenplaner: Beim Fahrzeitenvergleich – nehmen wir die Strecke Aarau–Luzern – wird neben dem Auto (45 Minuten) und der Bahn (1 Stunde 8 Minuten) auch die Angabe fürs Velo (3 Stunden 5 Minuten) und die Fussstrecke (9 Stunden 56 Minuten) angezeigt – bei grösseren Strecken auch die Flugzeit. Von Basel bis Hamburg dauert eine Wanderung übrigens 157 Stunden. Und natürlich kann die vorgezeichnete Route unterwegs konsultiert werden, um nicht vom Weg abzukommen. Neu werden auch aktuelle Staus oder Bahnunterbrüche beim Abfrageergebnis inkludiert. Doch im Ausland, wegen anfallender Roaming-Gebühren, kann dieser Service teuer zu stehen kommen. Dafür lassen sich neuerdings die Karten – etwa jene des angepeilten Städteziels – vor der Reise aufs Smartphone herunterladen und offline nutzen. Ebenso neu: Erste Städte wie New York und Rom lassen sich in einer 3-D-Ansicht anschauen.

Street View (auf Google Maps reinzoomen und den Pegman, das gelbe Männchen, auf eine Strasse ziehen): Wie sieht die Umgebung rund ums gebuchte Hotel aus? Street View entlarvt jede Kataloglüge. Nachdem zunächst nur Strassen virtuell begangen werden konnten, sind mittlerweile auch Museen, Zoos, Flughäfen, Nationalparks und Welterbestätten zu bestaunen. Weil Google die Welt stets von neuem ablichtet – neue Schweiz-Bilder sollen in diesem Jahr folgen –, kann mit dem Klick zum früheren Zeitpunkt eine Zeitreise begangen werden. Eindrücklich sind Bilder aus Japan und den vom Tsunami betroffenen Städten. Nach dem Kamera-Fahrzeug fotografiert Google die Welt neu auch mit dem Street View Trekker, einer 360-Grad-Kamera im Rucksack. Der Grand Canyon wurde so schon festgehalten, jetzt werden auch die SAC-Hütten ins Visier genommen. Bis Ende Mai wird mittels Umfrage (https://services.google.com/ fb/forms/alps) bestimmt, welche SAC-Hütte noch diesen Sommer bildlich festgehalten wird.

Google Now (App): Dieser neue Dienst ist vor allem bei der Smartphone-Nutzung hilfreich. Weg vom Prinzip ich-tippe-etwas-ein, ermöglicht Google Now mittels Spracheingabe die Abfrage von Nachrichten, Wetter-, Währungs- oder Verkehrsinfos – trotz einer Hand am Koffer. Gibt man die Lokalisierungsdaten preis, kann Google Now – im Unterschied zu iPhones Siri – situationsbedingte Infos anzeigen.

Hotelfinder (google.com/hotels): Die Hotelabfrage in der Google-Suche eröffnet sekundenschnelle Ergebnisse samt Preisen und Verfügbarkeiten. Hotelbuchungsplattformen wie Booking, Expedia, HRS oder die Hotels selber liefern die Ergebnisse. Eine eigene Buchungsmaschine hat Google nicht. Noch nicht? Denn die Marktdominanz, wenn Google Booking kaufen würde, wäre gewaltig. Philipp Ries, Reisechef bei Google Schweiz, sagt dazu: «Unser Ziel ist nicht, Partnern Buchungen wegzunehmen, sondern den User schneller zu den relevanten Ergebnissen zu bringen.»

Flight Search (google.com/flights): Wie beim Hotelfinder sammelt Google die verfügbaren Flüge, Preise und Flugzeiten von Airlines und Buchungsportalen und präsentiert sekundenschnell – samt Visualisierung, zu welchem Zeitpunkt der günstigste Tarif verfügbar ist.

Google Field Trip (App): Dieser digitale Reiseführer liefert für den aktuellen Aufenthaltsort interessante Informationen zu den umliegenden Gebäuden, Sehenswürdigkeiten oder Restaurants. Verbunden mit dem Headset, werden einem die Informationen auch im Sprachmodus vermittelt. Noch ist der Inhalt ausbaubar. Doch diese App könnte zum Liebling von Reisenden avancieren.

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Schweizer Hotels erhalten neue Plattform

Mit www.swisshotels.com gegen die Marktdominanz von Booking, HRS & Co.

Es ist höchste Zeit, dass die Schweizer Hotels eine zeitgemässe Buchungsplattform erhalten. Denn die Marktanteile der internationalen Hotelportale wie Booking, HRS, Hotels.com oder Expedia schiessen in die Höhe. Viele Hotels generieren bereits die Hälfte der Buchungen via diese Portale, doch dabei fallen Kommissionen von bis zu 30 Prozent an. Gleichzeitig muss die mit den Portalen vertraglich fixierte Preisparität eingehalten werden. Auf der eigenen Website können somit Zimmer nicht billiger verkauft werden. Zwar sind solche Knebelverträge in Deutschland vom Bundeskartellamt mittlerweile als wettbewerbswidrig taxiert worden, doch in der Schweiz sind sie vorerst noch gültig.

Dafür erhalten Schweizer Hotels nun in diesen Tagen eine neue, vielversprechende Buchungsplattform, bei der nur 10 Prozent Kommisson anfällt. Switzerland Travel Centre (STC) ist die Betreiberin. In den letzten Monaten hat die gemeinsame Tochter von hotelleriesuisse (Anteil 33%), Schweiz Tourismus (33%), SBB (24%) und der Regionalbahnen (10%) die Site entwickelt. Der Klick auf die Testversion www.swiss-hotels.com zeigt: die Plattform ist schnell, schlank und benutzerfreundlich und kann mit der Performance der Hotelportale gut mithalten. Auch die mobile Version lässt keine Wünsche offen.

«In den nächsten Tagen wird die Buchungsplattform bei Myswitzerland.com und Luzern.com aufgeschaltet», sagt STC-Geschäftsführer Michael Maeder. Bis im Juli oder August soll dann auch www.swisshotels.com (ohne Bindestrich) live gehen und die auf dieser Adresse noch bestehende, statische Website ersetzen. Auf die Konkurrenzsituation mit Booking, HRS & Co. angesprochen, sagt Maeder: «Über Werbebudgets in Milliardenhöhe verfügen wir natürlich nicht. Durch die Positionierung als Spezialist können wir uns aber abheben.» An den Standorten Zürich und London sind 20 Mitarbeiter in den Service Centern im Einsatz. Die Teams können auch telefonisch kontaktiert werden, informieren über das Reiseland Schweiz, verkaufen Zusatzleistungen wie Bahnpässe und sprechen sechs Sprachen. Die anonymen Hotelportale bieten das nicht.

Gleich einigen Traffic dürfte die neue Buchungsplattform dank der Einbindung auf Myswitzerland.com erhalten. Denn die Seite von Schweiz Tourismus verzeichnet in den ersten vier Monaten des Jahres knapp neun Millionen Besucher. Davon stammen 44 Prozent aus der Schweiz. Der grösste Anteil ausländischer Besucher kommt aus den USA (7%), Deutschland (7%), Italien (5%) und Frankreich (4%).

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Unterwegs wie die Einheimischen

Zwei junge Schweizer versuchen sich in New York mit einem ungewöhnlichen Reiseservice

Vor zwei Jahren sind Simon Mingozzi aus Fahrwangen AG und Andreas Leuzinger aus Zürich zum wiederholten Mal als Touristen nach New York gereist – und entschieden sich, zu bleiben. Aus einer ersten vagen Idee, im Reisegeschäft Fuss zu fassen, wurde im Frühling 2013 ein durchdachtes Konzept. Der Klick auf www.localike-newyork.com verdeutlicht: Die beiden 30-Jährigen meinen es ernst, mit ihrem neuartigen Reiseservice ins Geschäft mit Touristen zu kommen.

Denn Localike – ein Wortspiel mit «like a local» – funktioniert so: Interessenten füllen in rund 20 Minuten online einen Fragebogen aus und geben ausführlich Auskunft über sich, ihre Interessen, Vorlieben und Sonderwünsche. Auszuwählen gilt es aus Kriterien wie Museen, Galerien, Architektur, Design, Theater, Tanz, Musik, Konzerte, Geschichte, Sport, Natur, Film-Schauplätze, TV-Shows, Kinderaktivitäten, Lesungen oder Schönheit.

In Unterkategorien, zum Beispiel bei Musik, gilt es wiederum die Stilrichtung anzukreuzen – von Rock, Pop, Elektro, R&B, Jazz bis Gospel oder Klassik. Unter Essen und Trinken gibt man seine Präferenzen an – von Sushi bis peruanisch. Auch die Liste der ShoppingWünsche ist umfangreich, ebenso die persönlichen Fragen – Schnäppchenjäger? Partylöwe?

Ein individueller Vorschlag für ein zweitägiges Programm kostet 129 Dollar. Nach wenigen Tagen liegt das ausführliche Reiseprogramm in der Mailbox vor. Und das lässt sich sehen: 42 Seiten umfasst der massgeschneiderte Vorschlag, ist fast so dick wie ein Reisehandbuch, nur eben genau auf einen persönlich ausgerichtet. Das Programm ist prall gefüllt mit Insider-Tipps, überraschenden Locations, Shops und Galerien, auf die man auf eigene Faust oder mit herkömmlichen Reiseführern nicht gestossen wäre – weil sie eben ganz neu oder nur in versteckten Gassen und Quartieren zu finden sind. 45 ausführliche «Hints» mit allen Infos und persönlichen Tipps sind es bei dieser Test-Anfrage für fünf Tage.

Im Programm klingt das dann so: Falls in der Zucker Bakery im East Village alle Tische besetzt sind, mit dem Eingekauften einfach ein paar Meter hinüber zum Tompinks Square Park. Im Antiquitäten-Shop The Upper Rust gibts stets frische Früchte. Hint 4 (Xenomania) und Hint 5 (Williamsburg Flea Market) kann gut kombiniert werden mit der Subway-Linie L ab 3rd Avenue bis Bedford Avenue.

Im gleichen Gebäude des Spoonbill-Buchladens gibts das gemütliche Verb Cafe. Die Terrasse in der Ides Bar mit fantastischer Aussicht ist das ganze Jahr geöffnet. Im Noodle-Shop Ippudo ist der Klassiker zu empfehlen, Akamuru. Halten Sie im Union Square Greenmarket Ausschau nach dem Stand «Deep Mountain Maple Farm», der Ahorn-Sirup aus Vermont ist von so guter Qualität, dass selbst das «Four Seasons»-Hotel ihn zum Frühstück serviert.

Die Skype-Verbindung steht, Simon Mingozzi taucht am Bildschirm auf und erzählt: «Wir sind ins kalte Wasser gesprungen. Diesen Service gab es vorher nicht. Doch nach einem Jahr liegen wir über den Erwartungen – unser Angebot scheint einem Kundenbedürfnis zu entsprechen.» New York biete jede Woche so viel Neues, da könnten herkömmliche Reiseführer gar nicht mithalten. Mingozzi nennt ein Stadtviertel in Brooklyn, Greenpoint, wo seit kurzem viel passiere, das sehr lebendig sei, viele neue Shops und Bars öffnen; doch im neuen «Lonely Planet», der vor drei Monaten erschienen ist, stehe kein Wort darüber. Und Andreas Leuzinger sagt: «Wir möchten das echte New York zugänglich machen, abseits von Empire State Building, Times Square und Central Park. Es gibt zahlreiche Stadtviertel, die am Aufblühen sind, wo neue Galerien öffnen und wo sich Touristen nicht auf den Füssen rumstehen.»

Bereits gehen über 20 Buchungen pro Woche aus der Schweiz, Deutschland und Österreich im Büro von Localike ein, das in Soho liegt. Der Service – vorerst nur in deutscher Sprache – scheint der wachsenden Online-Afffinität von Städtereisenden jedenfalls zu entsprechen. Buchte man vor einigen Jahren Städtearrangements beim Reisebüro, werden heute Flüge und Hotels in der Regel direkt bei Airlines und Hotelportalen online gekauft. Und mit einem Service, wie ihn Localike bietet, lassen sich dazu die passenden Ideen für den Aufenthalt finden. Klar: Ein Reisebüro kann ebenfalls Tipps abgeben, in Reisehandbüchern sind ebenfalls viele Vorschläge zu finden. Doch in pulsierenden Metropolen in der Grösse von New York sind sie eben nie wirklich up to date.

Und wie schaffen es Mingozzi und Leuzinger, stets auf dem Laufenden zu sein? «Wir durchpflügen jeden Tag die Stadt beim Recherchieren und Zusammenstellen von Kundenprogrammen», sagt Andreas Leuzinger, dessen Mutter aus New York stammt, «wir wissen, wen zu kontaktieren, wo zu suchen.» Rausgehen und Erkunden sei das Tollste an ihrem Job. Magazine, Blogs, Tipps von Freunden kämen hinzu, um die jüngsten Trends und Locations zu kennen.

Simon Mingozzi erzählt, wie sie kürzlich einer passionierten Hobbygärtnerin ermöglichten, auf der grössten Rooftop-Farm der Welt einen Nachmittag lang mitzugärtnern. Ein weiteres Beispiel: «In ein bekanntes Tonstudio, wo U2, Rihanna und 50 Cents aufnehmen, können wir unsere Gäste exklusiv hinbringen – ein Tontechniker erläutert einem, wie er arbeitet.»

«Customized Traveling» – ist die Form multiplizierbar auf andere Städte? «Wir sind dran an einem Franchising-Konzept», sagt Mingozzi, es bestünden Kontakte nach London, Amsterdam und Berlin, das Potenzial sei sicher da. Eine gewisse Grösse müsse die Stadt aber haben.

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So können Hotels Google nutzen

 

(Hotelrevue, 13. März 2014)

Welche Möglichkeiten bieten sich einem Hotel, damit es bei einer Google-Suchabfrage prominent und so weit oben wie möglich auf der Ergebnisseite erscheint? Einerseits gibt es die kostenpflichtigen «Adwords»-Einträge. Maximal erscheinen pro Seite elf solche Einträge, drei oben in der Hauptspalte, acht weitere am rechten Rand. Andererseits erscheinen – unterhalb der drei gelb hinterlegten Adwords in der Hauptspalte – die organischen Treffer, also solche, die das Hotel mittels Suchmaschinenoptimierung beeinflussen kann. Der Suchalgorithmus von Google berücksichtigt für organische Ergebnisse mittlerweile rund 200 Faktoren. Auf deren Grundlage wird der sogenannte Page Rank vorgenommen. Damit ist die Relevanzbewertung jeder einzelnen Website auf einer Skala von 1 bis 10 gemeint. Vor diesem Hintergrund stehen einem Hotelier bei Google folgende Optionen zur Verfügung:

Search Engine Optimization
Konnte man früher mit einer grossen Anzahl relevanter Stichworte sowie vielen Backlinks den Google-Roboter beeindrucken und sich im Ranking nach vorne bringen, wird der Page Rank mit jedem neuen Update ausgeklügelter. Damit wird auch die Suchmaschinen-Optimierung – Search engine optimization (SEO) – anspruchsvoller. Unerlässlich sind zum Beispiel: die richtige Titelgestaltung (Informationen zum Unternehmen, Angebot, Standort), die Einrichtung eines Meta-Tags «Description/Beschreibung» (wo die Suchmaschine erfährt, um was es geht), die Seitenstruktur (verständliche URLs/Seitennamen und Kategorien), oder interessante Inhalte (Blogs, Social-Media-Services).

Search Engine Marketing
Hinter den bezahlten Google-Adwords-Einträgen steht ein Auktionsverfahren, welches wiederum von einem separaten Algo- rhythmus bestimmt wird. Bei der allgemeinen Suchanfrage «Basel Hotel» beispielsweise tauchen in dieser Reihenfolge auf: Booking, Ebookers, Basel Tourismus, Trivago, Hotelreservierungen.de und Ramada Plaza.
Beim Klick auf einen solchen Eintrag fallen für die Website Kosten in der Höhe von wenigen Rappen bis über einen Franken an, je nach aktuellem Stand der Auktion. Eine Adwords-Kampagne erfordert eine kontinuierliche Optimierung. Der Wettbewerb um die besten Positionen ist sehr dynamisch und vom Standort und dem Gerät des Nutzers oder der Tageszeit abhängig. Gut beleumdete Firmen, die sich auf Suchmaschinen-Optimierung und -Marketing spezialisiert haben, sind zum Beispiel Yourposition, World-Sites, Eviom, INM, QMarketing oder Metapeople. Sie können für ein Hotel bei einer angestrebten Verbesserung der Performance hilfreich sein.

Google Places
Dieser kostenlose Service, auch als «Google+ Local» benannt, steht allen Unternehmen offen. Hier kann sich ein Hotel mit den wichtigsten Eckdaten sowie Bildern und 360-Grad-Innenansichten auf Google Maps und in der Google-Suche präsentieren. Auch Erfahrungsberichte von Gästen sind hier abrufbar und ein Routenplaner kann integriert werden.
Der Eintrag von Google Places erscheint auf der rechten Bildschirmhälfte, und es lässt sich eruieren, wie viele Leute den Eintrag gesehen haben. Der Eintrag ist für jeden Hotelier ein Muss, denn auch bei der Ergebnisliste auf dem Hotelfinder taucht der Places-Eintrag beim Klick auf ein bestimmtes Hotel auf.

Google Hotelfinder
Unter www.google.ch/hotels erscheint die schlanke Hotelabfragemaske. Hier lässt sich mit der Angabe der Ortschaft und des Datums eine aktuelle Ergebnis­liste abrufen. Der Hotelfinder zeigt die Angebote von Online-Buchungsportalen wie Booking, HRS, Ebookers, Venere, Hotels.com, Amoma oder Expedia an und leitet bei einem Klick auf das Angebot auf deren Website oder jene des Hotels weiter. Die Ergebnisse lassen sich nach Preisen, Kategorien, Nutzerurteilen oder Distanzangaben sortiert abrufen.

Google Maps/Streetview
Die Kartensuche unter www.google.ch/maps ist eines der beliebtesten Nutzer-Tools. Hier tauchen bei Suchbegriffen wie Autoreifen, Billard, Wanderschuhe oder Hotel relevante Ergebnisse auf der Karte auf. Der Klick auf die Marke eröffnet ein Fenster mit den Unternehmens- oder Ladenangaben. Im Fall von Hotels werden auch gleich die Ergebnisse und Preisangaben aus dem Hotelfinder sichtbar. Zudem lässt sich das kleine, gelbe Streetview-Männchen auf die Karte ziehen, damit die Fassaden und die Gegend in einer 360-Grad-Sicht erkundet werden können.

Ausser den Google Adwords sind die genannten Services kostenlos, doch müssen sie eingerichtet und gepflegt werden. Und künftig dürften noch zahlreiche weitere Suchmodalitäten und Services hinzukommen, die auf den bestehenden Tools basieren – zum Beispiel Google Glass, eine Brille mit integrierten, laufend an die Umgebung und den Nutzer angepassten Informationen.

 

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Wohin 2014 die Reise geht

1 Auf dem Balkon die Fussball-WM verfolgen
Die Fussball-WM 2010 und die Euro 2008 haben es gezeigt: Schweizer bleiben während Fussball-Grossevents lieber zu Hause und buchen nur zögerlich Ferien am Strand. Für Abflüge vom 12. Juni bis 13. Juli, der Zeit der Fussball-WM, werden zahlreiche, reduzierte Arrangements rund ums Mittelmeer auftauchen. Und der Trip dorthin lohnt sich für Fussball-Fans. Denn die WM-Spiele auf Grossleinwänden in Mallorca, Kreta oder Apulien zu verfolgen, zusammen mit Fans anderer Teams, ist mindestens so stimmungsvoll wie zu Hause.

2 Die Kataloge sind schon da, doch die Preise können noch variieren
Nach dem Vorbild ihrer Mutterhäuser in Deutschland haben TUI Suisse und ITS Coop die 2014-Kataloge so früh wie nochnie auf den Markt gebracht, Kuoni und Hotelplan sind dem Beispiel gefolgt. Nur: Die aktuellen Preise sind bloss Richtpreise und werden sich dank neuen, flexiblen Datenbanken und Preissystemen während des Jahres stets wieder von neuem berechnen lassen. Denn neben den Airlines können mittlerweile auch Hoteliers viel flexibler auf ihre Auslastung reagieren und die Preise kurzfristig deutlich senken oder erhöhen.

3 Jetzt kommt die kurzfristige Smartphone-Buchung
Der Rundblick im Pendlerzug verdeutlicht die weit verbreitete und intensive Smartphone-Nutzung. Jeder Zweite starrt auf den Mini-Bildschirm – und nutzt neben Newsseiten zunehmend auch neue Services und Apps. Gerade bei der kurzfristigen Hotelbuchung dürften Smartphones 2014 eine wachsende Rolle spielen. Denn Last Minute Apps wie Justbook, Hotels Now und Hotel Tonight warten mit 50-Prozent-Rabatten bei der Buchung innerhalb 24 Stunden vor Anreise auf. Der Download dieser Apps lohnt sich für Spontanbucher.

4 Die Übernachtung auf dem fremden Sofa
Die Plattform Couchsurfing hat das kostenlose Übernachten bei Fremden salonfähig
gemacht, die Community ist auf sechs Millionen Leute angewachsen. Weitere Plattformen sind aus dem Boden geschossen: Wimdu, Airbnb und 9flats. Die sind zwar kostenpflichtig, aber genauso erfolgreich – und für Hotels ein Dorn im Auge. 2014 wird von zunehmendem rechtlichem Streit geprägt sein. Denn bereits in vielen Städten, etwa in Berlin und New York, wehrt sich die Hotellerie erfolgreich dagegen, dass Private ohne strenge Lärm-, Brand- oder Sicherheitsauflagen im Vermietungsbusiness mittun können.

5 Luxusapartments florieren bei Business-Nomaden
Für die Hotellerie genauso schmerzhaft sind auch die Anbieter von Business-Apartments wie «The Flag» und «Visionapartments», die beide kürzlich in Zürich ihre Häuser eröffnet haben. Visionapartments hat in diesem Sommer beim Bahnhof Giesshübel ein 206-Apartmenthaus lanciert und im Dezember bereits eine 95-prozentige Auslastung ausweisen können. Kunststück: Die Wohnungen sind gestylt, mit allen Annehmlichkeiten versehen und mit Preisen um 3000 Franken im Monat im Vergleich zu einem Viersternehotel preiswert.

6 Des Schweizers Liebling bleibt auch 2014 Griechenland
2012 lag Griechenlands Tourismus am Boden, die vielen Demonstrationen hatten die Tourismuszahlen um 30 Prozent einbrechen lassen. Und 2013? Ein mirakulöses Comeback – zumindest in den Hochburgen Kreta, Kos, Rhodos und Santorini. Zwei Gründe sprechen dafür: Wegen unsicherer Strandziele wie Tunesien und Ägypten konnte sich Griechenland wieder in den Vordergrund spülen. Und der 2012-Schock hat die griechische Tourismusindustrie dazu bewogen, im Bereich Service wieder zuzulegen.

7 Ein Comeback der Baleareninsel Ibiza zeichnet sich ab
Auch Spanien wird wie schon 2013 vom Rückgang in Tunesien und Ägypten profitieren und weiterhin auf viele Nordeuropäer zählen dürfen. Ein regelrechtes Comeback im Schweizer Markt zeichnet sich für Ibiza ab. Die Reiseveranstalter haben die Anzahl Flüge deutlich erhöht und die Partyinsel wartet mit einigen interessanten neuen Hotelkonzepten auf.

8 Polnische Wanderdünen und ungarische Thermen
Gut möglich, dass 2014 die osteuropäischen Länder aus der Schweiz eine gute Nachfrage verzeichnen. Denn die Highlights sind zahlreich: Mietwagen-Rundreisen im Baltikum haben landschaftlich und kulturell viel zu bieten. Neue Luxusschiffe locken zur Fahrt auf der Wolga quer durch Russland. Prunkschlösser warten in den tschechischen Bergen auf ihre Entdeckung, ebenso herrliche Thermen in Ungarn und traumhafte Wanderdünen in Polen. Und mit Riga als Europäischer Kulturhauptstadt und Sotschi als Austragungsort der Olympischen Winterspiele wird es Osteuropa in den nächsten Wochen nicht an Medienpräsenz fehlen.

9 Lonely Planets Faible für Zürich und seltene Ziele wie Malawi
Die Reisebibel Lonely Planet hat bei der Destinationswahl stets ein Wörtchen mitzureden und hat wie jedes Jahr aus der Hüfte heraus die zehn kommenden Städteziele erkoren, dazu gehören in dieser Reihenfolge: Paris, Trinidad (Kuba), Kapstadt, Riga, Zürich, Schanghai, Vancouver, Chicago, Adelaide und Auckland. Und auf der Top-10-Liste der Länder und Regionen figurieren Brasilien, die Antarktis, Schottland, Schweden, Malawi, Mexiko, die Seychellen, Belgien, Mazedonien und Malaysia.

10 „Schatz, ich lande in fünf Minuten“
Und dann wird 2014 auch noch zum Jahr der Telefonitis an Bord. Denn zunächst die US- und nun auch die europäischen Flugbehörden haben die Einschränkungen fürs Telefonieren in der Flugzeug-Kabine gelockert. Jetzt liegt es an den Airlines zu entscheiden, wie viel Geplapper sie ihren Passagieren zumuten möchten.

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Bezahlen mit dem Smartphone steht vor dem Durchbruch

Online-Shopping per Smartphone ist bereits weitverbreitet. Erst zögerlich setzt sich aber die Smartphone-Nutzung am POS mittels NFC-Technologie durch. Dabei wären die Voraussetzungen gegeben.

Der Griff in die Jackeninnentasche verdeutlicht die Realität: Total pferchen sich 14 Plastikkärtchen im Kreditkartenetui – ID, Halbtax, Führerschein, Bibliothekskärtchen, Krankenkassenausweis und mehrere Kunden-, Bank- und Kreditkarten. Ein Unding. Angesichts des Smartphones, das sich ebenfalls in der Jacke befindet und heute schon für unzählige Dienste taugt oder taugen würde, ist das Mitführen der vielen Karten umständlich und eigentlich nicht mehr zeitgemäss.

Doch es tut sich was. Wichtige Treiber für eine künftig vereinfachte Zahlungsabwicklung sind SBB, Migros und Coop. Seit dem 11. November sind nämlich alle 8500 Zahlungsterminals an den Migros-Kassen für die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens aktiviert. Das heisst vorerst: Wer über eine Kreditkarte mit NFC-Chip verfügt, muss sie für Einkäufe bis 40 Franken bloss noch an den Lesebereich halten. Für Beträge über 40 Franken wird ein PIN verlangt.Die Near Field Communication (NFC), die Nahfeldkommunikation, ist ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per Funktechnik über kurze Strecken von wenigen Zentimetern. Als nächster Schritt werden weitere moderne Zahlungsmöglichkeiten geprüft.

Denn es sind eben nicht nur immer mehr Kreditkarten mit NFC-Chips versehen, sondern auch Smartphones. Und die Möglichkeit der Bezahlung per Smartphone am POS will nun Migros-Kontrahent Coop angehen. «Wir streben eine Lösung an, die sich nicht auf Kreditkarten beschränkt», sagt Mediensprecher Urs Meier. «Wir möchten das kontaktlose Bezahlen per Kreditkarte und per Mobiltelefon ermöglichen. Hier sind wir nahe an einer zuverlässigen Lösung. Bereits 2012 haben wir einen Pilotversuch zum kontaktlosen Bezahlen mittels NFC-Technologie durchgeführt. Im Moment läuft eine weitere Testphase zusammen mit der Swisscom bis Frühling 2014.»Bei Coop habe die Sicherheit für den Kunden oberste Priorität. Deshalb setze Coop auf EFT-Terminals und Software der allerjüngsten Generation. Die Umrüstung der bisherigen EFT-Terminals auf die neuen werde für alle 8500 Zahlterminals voraussichtlich Mitte 2014 abgeschlossen sein. Schon weiter sind Valora und McDonalds: Hier sind alle Verkaufsterminals bereits heute mit NFC ausgestattet.Smartphone als Billetautomat

Bei den SBB avanciert das Mobiltelefon immer mehr zum Billettautomaten für unterwegs. Schon 3,7 Millionen Kunden haben SBB Mobile installiert. Der Mobile-Kanal ist der am stärksten wachsende der SBB. «Zwei Drittel der E-Tickets – also online und mobile – werden mobile verkauft», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli, «seit fünf Jahren verdoppelt sich der Umsatz der Mobile-Tickets jährlich. Heute verkaufen wir zwölf Prozent aller Tickets über Mobile- und Online-Kanal. Rund drei Viertel aller Einzeltickets werden an Automaten verkauft, der Rest am Schalter.»Und die SBB wer-den demnächst mit der Montage von 1000 neuen Billettautomaten beginnen. Bis Ende 2015 ersetzen diese die Billettautomaten der ersten Generation. Wer über Karten mit Pay-Pass- oder ähnlichem System verfügt, kann tiefere Beträge kontaktlos begleichen. Die Karte muss nur aufgelegt werden. Bis zu 40 Franken ist kein PIN-Code nötig. Bis zu 100 Franken muss ein PIN-Code eingegeben werden.

Den gesamten Beitrag als PDF: MK Magazin, Digital, Ausgabe 12/2013

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Volles Rohr gegen grüne Hänge

Schon 40 Prozent aller Skipisten werden heute technisch beschneit – vor sieben Jahren waren es erst 5 Prozent.

Die Festtage stehen vor der Tür, die Wintersportler sind bereit. Doch vielerorts ist die Schneesituation nicht optimal. In den Bergen hat es zu wenig geschneit. Dafür laufen jetzt die Beschneiungsanlagen auf Hochtouren. «Ohne diese Unterstützung könnten viele Bergbahnen an Weihnachten das Skigebiet nicht öffnen», sagt Hansueli Rhyner vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF).

Neuste Zahlen zeigen: Auf einer Fläche von rund 90 Quadratkilometern fallen mittlerweile künstliche Flocken. Das entspricht 40 Prozent der Pisten in der Schweiz – 2006 wurden erst 5 Prozent technisch beschneit. «In Anbetracht der zu erwartenden Klimaänderungen wird der Trend zur grossflächigen Beschneiung weiter zunehmen», sagt Rhyner.

Der Forscher vermutet aber auch: Da die Schneedecke unterhalb von 1300 Metern über Meer seit 1980 deutlich abgenommen hat, werden in Zukunft gewisse Skigebiete schliessen müssen, weil sich die Investitionen und Kosten für Beschneiungsanlagen nicht rechnen. Beschneien ist teuer: «Pro Pistenkilometer fallen rund eine Million Franken an», sagt Rhyner.

Die Beschneiung ist für viele Bergbahnen heute überlebenswichtig. «Zwischen Weihnachten und Neujahr machen die Skigebiete einen Viertel des Winterumsatzes. Es ist für sie also enorm wichtig, den Betrieb im Dezember aufnehmen zu können», sagt Andreas Keller, Sprecher von Seilbahnen Schweiz.

Deshalb investieren die Bergbahnen so viel wie noch nie in die technische Beschneiung. «Um auch in Zukunft den Saisonstart und niederschlagsarme Saisons abzusichern, erweiterten wir das Wasserreservoir Adler für 750 000 Franken», sagt Klaus Nussbaumer, Chef der Pizolbahnen. Nur so sei es möglich, die Skipisten unter 1000 Metern mit einer Grundbeschneiung zu versorgen.

Auch Adelboden investiert jährlich rund 250 000 Franken in Beschneiungsanlagen. Gesamthaft verfügt das Gebiet über 240 Schneekanonen und -lanzen. «Damit können wir 60 Prozent der Pisten beschneien», sagt Tourismusdirektor Urs Pfenninger. Noch mehr künstlicher Schnee liegt in Lenk. Dort können 80 Prozent der Pisten beschneit werden. Lenk scheut dafür auch keine Kosten. Der neue Speichersee Brenggen mit einem Volumen von 75 000 Kubikmetern hat mehr als 8 Millionen Franken gekostet. Auch Davos Klosters Bergbahnen verbauten im Sommer 7 Millionen Franken für einen neuen Speichersee am Jakobshorn.

Ungelöst ist vielerorts aber das Problem der Finanzierung von Beschneiungsanlagen. «Die meisten Bergbahnen tragen die Kosten heute immer noch alleine. Das ist nicht gerecht, denn der gesamte Tourismusort, von den Hotels über das Gewerbe bis zu den Restaurants und Schneesportschulen, profitiert davon. Sie alle brauchen den Schnee, damit Wintertourismus überhaupt möglich ist», sagt Silvio Schmid, Präsident der Dachorganisation Bergbahnen Graubünden.

Vorreiter einer breit abgestützten Finanzierung ist Flims Laax Falera. Die Weisse Arena hat 2004 eine von der öffentlichen Hand mitgetragene Infrastrukturgesellschaft gegründet. «Dieses Modell wird sich in den nächsten Jahren stark verbreiten. Bereits haben erste kleinere Gebiete wie beispielsweise Brigels nachgezogen», sagt Schmid.

Doch der Widerstand gegen die massive künstliche Beschneiung wächst. «Wir fordern Mässigung im Umgang mit Schneekanonen und vor allem keinen Einsatz von Steuergeldern», sagt Marcel Liner von Pro Natura. Die Seilbahnen sollen ihre Investitionen selber tragen können. «Der Bau eines Speichersees ist ein massiver Eingriff in den Naturraum», kritisiert er. Zudem benötige die Beschneiung so viel Strom wie die Stadt Biel in einem Jahr. Liner sagt: «Die Grenze des Verträglichen ist im Wintertourismus in Sachen technischer Infrastruktur überschritten.»

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Weg mit den letzten Betten

Wer noch für den selben Tag ein Hotelzimmer sucht, findet ab 12 Uhr mittags auf Last Minute-Apps verfügbare Zimmer mit Rabatten von bis zu 50 Prozent. Wie funktioniert das? Wer sind die App-Betreiber? Und welche Schweizer Hotels machen da mit?

Platzhirsch HRS, das führende Hotelbuchungsportal in Deutschland, konnte 2012 nicht tatenlos zusehen, als das Berliner Start-up Justbook eine mobile App lancierte, die eine Hotelbuchung für den gleichen Tag zu massiven Rabatten ermöglichte. Erst versuchte HRS die bei Justbook präsenten Hotels zu zwingen, nirgends anders als bei HRS die günstigsten Zimmer abzugeben. Als das Bundeskartellamt HRS zurückpfiff, kreierte HRS kurzerhand die eigene App Hotels now mit dem gleichen Geschäftsmodell.

Der Vorteil einer App gegenüber einer herkömmlichen Website oder einer fürs Smartphone konzipierten mobilen Website: Die Anwendung kann einfacher und emotionaler dargestellt werden, die Funktionalität ist auf die Touch-Bedienung eines mobilen Gerätes ausgerichtet und hat sie der User erst einmal runtergeladen, ist die App stets präsent und lockt zum spontanen Preischeck.

Die Hauptzielgruppe der Hotel-Apps sind Geschäftsreisende, die von unterwegs noch kurzfristig ein Einzelzimmer buchen möchten. Zu finden sind nur die wichtigsten Städte mit jeweils drei bis zehn Hotels zur Auswahl, ab 12 Uhr werden die Angebote aufgeschaltet und sind bis 2 Uhr nachts verfügbar. Der Vorteil für den Hotelier: er kann morgens den Leerbestand begutachten und eine gewünschte Anzahl Zimmer in diesen Last-Minute-Kanal werfen – dabei wird die Preisschraube aber mächtig nach unten gedreht. Schweizer Städte, die auf den Portalen präsent sind: Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Luzern, Genf und St. Gallen.

Am letzten Donnerstag um 14 Uhr liessen sich für Zürich noch folgende Hotels zu diesen Preisen und Rabatten abrufen: Bei Justbook waren es die Hotels Claridge (180 Franken, 49 Prozent), Leonardo (128.-/29%), Sheraton Neues Schloss (235.-/21%), Sorell Rütli (225.-/19%), Crowne Plaza (179.-/11%), Opera (235.-/16%) und Altstadt (289.-/10%). Bei Hotels Now wiederum waren zum gleichen Zeitpunkt zwei Zürcher Hotels verfügbar: Claridge (279 Franken/22%) und Sorell Seefeld (129.-/30%). Den Portalen gilt es wiederum eine Kommission von geschätzten 15 bis 20 Prozent abzuliefern. Beim Anruf im Claridge Hotel Zürich bestätigt Empfangschefin Lisa Hobi, dass über diese Kanäle einzelne Buchungen eintreffen, bei Hotels Now seien es deutlich weniger als bei Justbook oder Hotel Tonight.

Hotel Tonight? Genau, diese App war nämlich die erste, zumindest in den USA. Justbook muss sich nicht grämen von Hotels now kopiert worden zu sein, Justbook hat vielmehr Hotel Tonight aus den USA kopiert. Seit diesem Jahr ist Hotel Tonight-CEO Sam Shank mit seiner Hotel-App nun auch in Europa präsent und will zügig aufholen. „Wir wollen agressiv sein und in den wichtigsten Städten mit 15 bis 20 Hotels zusammenarbeiten“, sagt er gegenüber dem deutschen Fachmagazin FVW. Die Idee für seine App kam ihm 2010. Schon 2011 verzeichnete er in den USA drei Millionen Downloads und verfügt mittlerweile über 20000 Hotels weltweit. Doch bereits sind in Europa neben Hotel Tonight, Justbook und Hotels Now weitere Last Minute-Portale aufgetaucht, sie heissen Book it now, Blink und Roomfair.

Ist die Goldgräberstimmung, auf die die Portale dank der hohen Download-Zahlen verweisen, berechtigt? Zweifellos ist der Trend unverkennbar: Smartphones und Tablets verbreiten sich rasant, damit auch die Einsatzmöglichkeit mobiler Apps. Und bereits 70 Prozent der Schweizer Internet-Nutzer gehen mit zwei oder mehr Geräten online. Gegen ein grosses Buchungsvolumen bei Geschäftsreisenden spricht vorerst, dass die Apps nicht mit Business Travel-Anbietern und deren Buchungstools zusammenarbeiten und damit einen Grossteil der Geschäftsreisenden noch nicht ansprechen können.

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Die langen Finger im Hotelzimmer

Selbstbedienungsladen Hotel: Nicht nur Frotteewäsche und Shampoo-Fläschchen kommen weg

Ein Mitbringsel oder kleines Andenken nach dem schönen Aufenthalt macht sich doch gut zu Hause, denken sich wohl viele Hotelgäste – und stecken im Hotelzimmer noch eine kleine Seife oder ein Fläschchen aus dem Badezimmer ins Gepäck. Oder ein Paar Badeschlappen. Ein Frotteetuch. Einen Bademantel. Oder eine TV-Fernbedienung.

Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband schätzt die jährliche Deliktsumme auf 60 Millionen Euro, in den USA geht man von 150 Millionen Dollar aus. Das ungebührliche Zugreifen ist kaum messbar. Der Hotellerie Suisse liegen keine Zahlen vor. Der Anruf bei einem Dutzend Schweizer Hotels zeigt: Das Thema ist präsent, die Hoteliers haben aber damit leben gelernt und auch einige Vorkehrungen getroffen.

«Sie staunen, was die Gäste alles mitnehmen», sagt Dimitris Argirakis, Direktor im Airport Hotel Basel. «Ein Bademantel geht ja noch. Vor einigen Jahren wurden uns massenhaft Sparlampen herausgeschraubt. Damals kostete eine noch um die 30 Franken.» Heute seien sie billiger, darum wohl weniger interessant. Gleichwohl hat er die Sparlampen nun mit einer Schraube gesichert.

Michael Bresser vom Hotel National Zermatt VS reagiert bei der Frage nach Diebstählen unwirsch: «Es ist auffallend, dass bei uns im Sommer, wenn wir über billige Angebote verfügen, mehr gestohlen wird.» Insbesondere hätten es seine Gäste auf Kaffeekapseln abgesehen. «Im Sommer brauchen wir gleich doppelt so viele Kapseln», stellt er fest. «Je weniger jemand zahlt, desto mehr nimmt er mit», lautet sein Fazit.

Andreas Bucher, stellvertretender Direktor im Hotel Einstein in St. Gallen, bezeichnet die Anzahl Diebstähle als «nicht gravierend»: «Früher wurden uns viele Aschenbecher gestohlen, dieses Problem hat sich gelöst, seit in den Zimmern nicht mehr geraucht werden darf. Einzig eine Dekorationsuhr wurde uns kürzlich gestohlen.»

Für Marcel Huber, Hoteldirektor im «Terrace» in Engelberg OW, hat sich die Situation entschärft: «Bei meinem Engagement in Hurghada am Roten Meer wars viel schlimmer. In einem Jahr mussten wir 2000 Badetücher ersetzen.» In der Schweiz werde weniger gestohlen, am ehesten seien mit dem Hotellogo versehene Gegenstände betroffen. Und er sagt, Hoteliers können die Mitnahmelust bei Gästen auch als Marketing-Gag nutzen: «In den 90er-Jahren hatten wir im ‹Renaissance› in Glattbrugg Aschenbecher mit der Aufschrift ‹stolen in …›. Die gingen weg wie warme Brötchen.»

Im «Victoria Jungfrau» in Interlaken BE ist das Problem so gelöst, dass ein Schildchen im Hotelzimmer darüber informiert, dass der Bademantel im Shop erworben werden kann. Schroffer wird im Hôtel de la Vieille Tour in La Tour-de-Peilz VD dem Gast entgegengetreten. Auf der Rückseite der Zimmertüre heisst es: «Kommt das grosse Badetuch weg, stellen wir 30 Franken in Rechnung, beim Waschlappen 10 Franken.»

Viele Umtriebe haben Hoteliers auch mit den Minibars in den Zimmern, mit dem Auffüllen und der Kontrolle. Um Diebstähle oder nicht angegebene Konsumationen zu verhindern, haben einige Hotels wie das Hilton Zurich Airport Gewichtssensoren in der Minibar eingebaut, um festzustellen, ob und wie viele Getränke entnommen wurden. «Hoteliers wissen, dass sie mit der Minibar nichts verdienen», sagt ein Hotelier. Von Gewichtssensoren hält er wenig und nennt gleich den Trick, wie man das Kontrollsystem umgeht: «Die Gäste füllen die leer getrunkenen Fläschchen einfach wieder auf. Die ganz Schlauen achten sogar auf die Farbe.» Immer mehr Hotels, etwa der «Sternen» Oerlikon oder das «Terrace» Engelberg, haben sich der Minibars entledigt.

Eine Umfrage des Reiseportals Lastminute.de bei 500 Hotels hat ein Ranking jener Artikel ergeben, die von Gästen am meisten geklaut werden: Angeführt wird die Liste von Handtüchern, gefolgt von Kosmetik, Kugelschreibern, Besteck, Slippern, Bademänteln, Fernbedienungen, Kissen, Zeitungen und Kleiderbügeln. Doch es sind auch schon wertvollere Gegenstände verschwunden. Ein Hotelier erinnert sich an ein Engagement in einem Hotel, wo ein Fernseher weggekommen ist: «Der Gast hatte sogar eine Kartonkiste an der Rezeption verlangt und danach das Gerät von einem Gepäckträger ins Auto tragen lassen.»

Doch wo sind die Grenzen? Was dürfen Hotelgäste aus dem Zimmer mitnehmen? Susanne Daxelhoffer, Leiterin Media Relations bei der Hotellerie Suisse, sagt: «Alles, was sich in einem Hotelzimmer befindet, ist grundsätzlich Eigentum des Hotels. Möchte man etwas mitnehmen, das über kleinere Streuartikel wie etwa Kugelschreiber oder Seife hinausgeht, empfehlen wir den Gästen, kurz an der Rezeption nachzufragen.»

Wer sind diese Gäste, die klauen? Sie dürften sich in vier Kategorien einteilen lassen. Wir haben uns in ihre Gedankenwelt vorgewagt:

Der Sparfuchs: Das Doppelzimmer hat über 250 Franken gekostet. Bei diesem stolzen Preis kann ich auch mal einen Bademantel einpacken.

Der Frusttäter: Diese schroffe Behandlung an der Rezeption lasse ich mir sicher nicht gefallen. Die Mitnahme der Badeschlappen entschädigt mich dafür.

Der Sammler: Das Schildchen «Presidential Suite» passt zu gut an meine Schlafzimmertür, um nicht mitgenommen zu werden. Die haben ohnehin genug Ersatzschilder.

Der Kindskopf: Das leer getrunkene Whisky-Fläschchen lässt sich mit Pfefferminztee lustigerweise wieder in ein volles verwandeln. Und niemand merkts.

Immerhin dürfte sich die Anzahl Frusttäter in den letzten Jahren verringert haben. Sie haben mit Bewertungsportalen wie Tripadvisor oder Holidaycheck ein passendes Ventil erhalten, um ihren Ärger über das Hotel abzulassen.

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Das flexible Pricing der Bergbahnen

Können die Bergbahnen bei der kreativen Preisgestaltung mit Airlines und Hotels mithalten? Und mehr als bloss Aktionen bieten?

Die Schweizer Bergbahnen drehen zunehmend an der Preisschraube, wie die Befragung einiger grösseren Bahnen zeigt. Die kreative Preisgestaltung gewinnt in Zeiten der schwierigen Ertragslage zunehmend an Bedeutung. Nicht zuletzt sind es die Online-Kanäle, die ein offensiveres und agileres Pricing eröffnen.

Schon seit zwei Jahren macht Laax mit dem Label „Laax+“ gute Erfahrungen mit flexiblen Preisen. Unter http://plus.laax.com lassen sich die drei Ticketvarianten Eco, Standard und Blueline online buchen. Während das Standard-Ticket 73 Franken und das Blueline-Ticket mit bevorzugten Liftzugängen 99 Franken kostet, variieren die Eco-Preise im Stil und in der Darstellungsart der Billigairline Easyjet. Die Abfrage für den 6. Dezember eröffnet einen Preis von 39 Franken, für den 21. Dezember 54 Franken. Doch das kann sich je nach Nachfrage noch ändern. Nach Buchung lässt sich das Eco-Ticket nicht mehr stornieren – neben der limitierten Anzahl ist das der einzige Unterschied zum Standard-Ticket. „In der Kategorie Eco bestimmen Faktoren wie die Nachfrage den Preis“, erklärt Laax-Sprecherin Melanie Keller, „das Ticket wird dem Gast direkt auf seine Karte geladen und bei seinem ersten Zutritt über das Drehkreuz aktiviert.“ Die Erfahrungen seien positiv ausgefallen. „Wir sind von der dynamischen Preissetzung überzeugt und werden auch in Zukunft das Angebot noch weiter ausbauen,“ sagt sie.

Bei den Jungfraubahnen kennt man während des Sommers das „Good Morning Ticket„ (8 Uhr rauf, bis 12 Uhr runter) und das „Good Afternoon Ticket“ (15.30 Uhr bis 16.45 Uhr) zu reduzierten Preisen – ab Interlaken für 145 statt 197 Franken (Anfrage für den 24. Oktober). Aktiv agieren die Jungfraubahnen auch auf Facebook: wer „liked“, kriegt 25 Prozent Rabatt am Wochenende und 50 Prozent unter der Woche. Immerhin haben die Jungfraubahnen damit schon über 11000 Fans im Schlepptau. Hinzu kommen weitere Aktionen in der Nebensaison. „Wir setzen das Yield Price Management gezielt und selektiv ein“, erklärt Patrizia Pulfer, Medienverantwortliche der Jungfraubahnen, „damit können wir flexibel auf die Nachfrage, die Saisonzeit oder auf die Auslastung reagieren.“ Gerade die Randzeiten liessen sich so besser abdecken und sie spricht dabei von „einer Art Besucherlenkung“.

Die Davos Klosters Bergbahnen sind zum Ende der vergangenen Saison hin ebenfalls ins flexible Pricing eingestiegen. Kommunikator Frédéric Petignat sagt: „Wir haben für bestimmte Tage und Gebiete auf Online-Tickets Rabatte gewährt. Dies werden wir auf kommenden Winter hin ausbauen. Wir werden ab nächster Saison im Online-Bereich ein flexibleres Preissystem anbieten, welches unseren Gästen Rabatte bis zu 30 Prozent auf Tageskarten ermöglicht.“ Wobei in diesem Fall nicht von Yield Management gesprochen werden kann, denn die Daten werden im Voraus schon fixiert und nicht mehr kurzfristig geändert.

Forscher, was flexibles Pricing betrifft, gehen die Zermatt Bergbahnen ans Werk. CEO Markus Hasler kündigt an: „Wir werden auf diesen Winter hin eine Website mit integriertem Web-Shop aufschalten und dabei erste Versuche mit Yield Management machen.“ Zudem sei für den Winter 14/15 ein neues Pricing-System in Planung; diese flexiblen Preise seien nur über den Internet-Shop buchbar. „Zermatt ist eine ausgesprochene Residenz-Destination mit wenigen Tagesgästen. Im Rahmen des zukünftigen Pricing-Systems sollen Residenzgäste, die den Skipass für ihre gesamte Aufenthaltsdauer kaufen einen klaren Vorteil gegenüber dem Schnäppchenjäger erhalten, der nur auf schönstes Wetter, beste Verhältnisse und einen ausgewählten Tag wartet, um dann den Tagespass zu kaufen“. Was wohl so viel heisst: Residenzgäste haben das Ticket eh schon im Sack und der Tagesgast, der nur bei top Bedingungen anreist, wird zur Kasse gebeten.

Bei den Engadin Bergbahnen geht das Angebot „Hotel Skipass inklusive“ in die zweite Saison. Über 100 Hotels sind mit von der Partie. Gäste erhalten mit der 2. Hotelübernachtung den Skipass für 25 Franken pro Person und Tag – vom 19. Oktober bis am 25. Mai. Die Kommunikationsleiterin von Engadin St. Moritz, Angela Rupp, sagt: „Das Yield Management ist auch bei den hiesigen Bergbahnen je länger je mehr ein Thema.“ Vorerst werde der Markt diesbezüglich genau beobachtet. Variable Preise sind auf diesen Winter hin im Engadin aber noch nicht geplant.

Variable Preise, kurzfristige Aktionen, Pauschalen: Im herkömmlichen Sinn betreiben die Bergbahnen kein eigentliches Yield Management – alleine schon wegen der Ausgangslage. Airlines oder Hotels verfügen über eine exakte Kapazitätsobergrenze, so kann beim Verkauf der letzten Plätzen die Preisschraube je nach Nachfrage angezogen oder gelockert werden. Bergbahnen können kurzfristig nicht mit höheren Preisen aufwarten, zumindest fehlt ihnen ein drängendes Verkaufsargument wie „letzte Plätze, nur noch zwei Gondeln sind frei“. Dafür können sie aber mit Zusatzleistungen aufwarten. Ein gutes Beispiel ist das Laaxer Blueline-Ticket für 99 statt 73 Franken. Denn neben dem Prioritätszugang zum Lift ist auch ein reservierter Parkplatz bei der Talstation inbegriffen

Die grösseren Bergbahnen sind mittlerweile alle daran, die Preiselastizität auf alle Seiten hin abzuchecken und Ansätze von Yield Management zu testen. Doch muss wegen dieser zahlreichen Aktionen nicht mit einem strukturellen Preiszerfall gerechnet werden. Markus Hasler sagt dazu:“ Yield-Management darf nicht nur bedeuten, dass die Preise sinken. Wirtschaftlich wäre dies für Bergbahnunternehmungen fatal.“ Allgemeine Rabatt-Aktionen seien für die Branche ungesund und führten nur zu temporären. „Der notwendige finanzielle Erfolg bleibt jedoch in den meisten Fällen aus – Viele Schafe, aber wenig Wolle!“, bringt es der Chef der Zermatt Bergbahnen auf den Punkt.

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